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LV & Ausschreibung9 min Lesezeit

Leistungsverzeichnis vs. Leistungsbeschreibung: der Unterschied

Kurzvergleich auf einen Blick

Aspekt Leistungsbeschreibung (LB) Leistungsverzeichnis (LV)
Zweck Qualität und Rahmen beschreiben Mengen und Preise erfassen
Form Fließtext, Prosa Tabelle, Positionen
Datei Word / PDF Excel
Antwortet auf “Was?” und “Wie?” “Wie viel?” und “Wofür wie viel €?”
Vergleichbarkeit niedrig hoch
Verbindlichkeit Preis nein ja

Was gehört in die Leistungsbeschreibung?

  • Objekt- und Portfolio-Übersicht, Zweck des Vertrags
  • Rechts- und Normgrundlagen (DIN 276, VDMA 24186, GEFMA 200/720, DGUV, VDI)
  • Qualitätsmodell (N/M/H bzw. A/B/C), Reaktionszeiten, SLA
  • Reporting und Dokumentation (Betriebsbuch, Mangelliste, KPIs)
  • Übergabe, Kündigung, Vertragsstrafen
  • Allgemeine Nebenleistungen (Anfahrt, Entsorgung, Hotline)
  • Besondere Anforderungen (Hygiene, Datenschutz, Sicherheitsstufen)

Was gehört ins Leistungsverzeichnis?

  • Deckblatt mit Objekt, Vergabeverfahren, Laufzeit
  • Positionen je Anlage × Leistungsart mit Ordnungszahl, Positionstext, Menge, Einheit, Intervall, Qualitätsniveau
  • Pauschale Dauerleistungen (z. B. Rezeption 2.080 h/Jahr) als eigene Positionen
  • Freimengen und Störeinsätze (optional)
  • Preisfelder (EP, GP, Zwischensumme je Gewerk, Gesamtsumme)

Wie beide zusammenspielen

Die LB verweist auf Qualitätsniveaus und Normen, das LV referenziert diese per Positionstext – idealerweise mit Querverweis (“gem. LB Ziff. 4.2 Qualitätsniveau M nach VDMA 24186-1”). So weiß der Bieter, was zu kalkulieren ist, und Sie können später klar nachsteuern, wenn eine Leistung reklamiert wird.

Beispiel: dieselbe Leistung in LB und LV

LB-Passage (Auszug):

Für die raumlufttechnischen Anlagen ist eine Wartung nach VDMA 24186-1 im Qualitätsniveau M zu erbringen. Die Wartungsintervalle richten sich nach Anlagenart und Baujahr; die Hygieneinspektion nach VDI 6022 ist jährlich durchzuführen. Alle Nachweise werden digital im Betriebsbuch dokumentiert.

Zugehörige LV-Position:

OZ Positionstext Menge Einheit Preis EP Preis GP
2.1.03 Wartung RLT-Anlage Dachzentrale Gebäude A, VDMA 24186-1 Niveau M, inkl. Filterwechsel und Dokumentation 12 St/Jahr
2.1.04 Hygieneinspektion RLT nach VDI 6022, Kat. B 1 St/Jahr

So wird aus der qualitativen Vorgabe eine kalkulierbare Position – und Angebote werden vergleichbar.

Häufige Fragen

Die wichtigsten Fragen zu diesem Thema in Kurzform.

Reicht nicht nur eine Leistungsbeschreibung aus?+

Für Pauschalvergaben oder reine Rahmenverträge kann eine LB ausreichen. Sobald Sie Angebote vergleichen oder Einzelleistungen abrechnen wollen, brauchen Sie zusätzlich ein LV – sonst sind die Angebote nicht vergleichbar und spätere Mehrleistungen schwer zu bewerten.

Nach welcher Norm wird eine LB im FM strukturiert?+

Im Facility Management hat sich GEFMA 520 (Ausschreibung von FM-Leistungen) als Leitfaden etabliert. Für technische Wartung liefert VDMA 24186 die Leistungsinhalte. Die DIN 18299 ff. (VOB/C) ist eher für Bauleistungen – für reine FM-Ausschreibungen weniger relevant.

Was gehört in die LB, was ins LV?+

In die LB: Objektdaten, Vertragsziele, Qualitätsniveau, SLA, Reaktionszeiten, Berichtswesen, Vertragsstrafen, Dokumentationspflichten, Übergaben. Ins LV: eine Zeile pro kalkulierbare Position mit Menge × Einheit × Intervall und Qualitätsreferenz zur LB.

Welche Formate werden in der Praxis verwendet?+

LB meist als Word (.docx) oder PDF – zur Freigabe durch Rechts- und Einkaufsabteilung. LV meist als Excel (.xlsx) mit vorgegebenen Spalten – damit Bieter nur die EP-Zellen füllen und die Angebote maschinell vergleichbar bleiben.

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